logo2016

Lernen, das allen Freude macht

Lernen, das allen Freude macht

Aus Dörfern Ost-Gambias in die „Tamba-Kunda-Nursery-School“

altDas also ist Gibbas Heimat: Inzwischen haben schon viele Mitglieder des Leipziger Vereins „Soziale Projekte für Gambia e. V.“ das kleine, schmale Land an der westafrikanischen Küste kennengelernt. Hier nämlich betreuen die Vereinsmitglieder seit zwei Jahren ein Schulprojekt. Inzwischen mehr als 70 vorwiegend Leipziger, aber auch Mitstreiter aus Plau am See, Lübbenau, Kiel, München oder der Schweiz setzen sich ehrenamtlich mit vielfältigen Aktivitäten dafür ein, Kindern im Gebiet Tamba Kunda eine Bildungschance zu geben. Karafa Gibba, der in Leipzig lebt, kommt aus dieser Region. Er gehört dem Leipziger Verein seit Anbeginn an und war auch der „Ideengeber“ für das neue soziale Projekt des gemeinnützigen Vereins.


Mit vielen Stammessprachen
Erste, wertvolle Erfahrungen bei der Organisation und Logistik eines solchen Vorhabens sammelten die Leipziger bereits beim Aufbau eines Schulkomplexes in Brufut in Küstennähe in einem größeren deutschdeutschen Verein. Seit 2009 betreuen sie als in Leipzig beheimateter Verein nunmehr ein eigenes Projekt: die „Nursery School“ im Landesinneren Gambias in Tamba Kunda im Gebiet Sibanor. Inzwischen erhalten hier über 108 drei- bis sechsjährige Jungen und Mädchen aus der Region Unterricht. Er wird ihnen im Rahmen einer vorschulischen Bildung einen späteren Besuch der örtlichen Primary School ermöglichen.


„Die Kinder kommen aus den umliegenden Dörfern und wachsen mit unterschiedlichen Stammessprachen auf“, berichtet Marika Bjick, Leipziger Rechtsanwältin und Vorsitzende des Vereins „Soziale Projekte für Gambia e. V.“. Und weiter: „Schulsprache in Gambia jedoch ist Englisch. Die Schulen in Gambia sind staatlich organisiert und auch gefördert – es besteht Schulpflicht. Was aber wird aus den Kindern, die sprachlich nicht auf den Schulbesuch vorbereitet sind? Vorschulen werden nicht aus staatlichen Mitteln gefördert – deren Besuch muss von den Eltern bezahlt werden. Da Gambia zu den ärmsten Ländern Afrikas gehört, die Menschen besonders in den ländlichen Gebieten so gut wie ohne geregelte Einkommen sind, sehen wir gerade hier unsere soziale Verantwortung zur Mithilfe.“


Gemüse aus Schulgarten
In einem nur notdürftig befestigten Gebäude unterrichtete seit 1999 Lehrer Yunus Gibba die Kinder in Tamba Kunda unentgeltlich. Es fehlte an allem: an Lehrund Anschauungsmaterial, an Schulmöbeln, an Grundvoraussetzungen der Hygiene. Inzwischen – nach knapp zwei Jahren – hat sich die Situation in der Nursery School grundlegend verändert. Der Verein bezahlt nunmehr zwei ausgebildete Lehrer und will einem dritten eine Weiterbildung an örtlichen Einrichtungen finanziell fördern. Handwerker aus den umliegenden Dörfern zimmerten die Schulmöbel und bauten die jüngst fertiggestellte Küche und die Befriedungsmauer um das Schulgebäude. Hier wird künftig das Gemüse für das kostenlose Mittagessen angebaut, das der Verein ebenso finanziert wie eine geregelte gesundheitliche Vorsorge für die Jungen und Mädchen. [...]