Schokolade – leidfreier Genuss?
Kindersklaven schuften auf Kakao-Plantagen in Afrika
Wer liebt nicht Schokolade? Die zarteste Versuchung, quadratisch und praktisch oder auch Kinderschokolade? Doch so bitter es klingt: Schokolade bedeutet für viele Kinder ein erbärmliches Leben.
Frühzeitig Invaliden
Speziell in Afrika, wo ein Großteil der Kakaobohnen für die weltweite Schokoladenproduktion geerntet wird (allein 40 Prozent in der Elfenbeinküste), ist der Handel mit Kindersklaven an der Tagesordnung. Umgerechnet zwischen 200 und 250 Euro zahlt ein Kakaobauer für einen Kindersklaven. Die meist zwischen 10 und 14 Jahre alten Jungen werden von Menschenhändlern entführt und in den Nachbarländern verkauft.
Diese Kinder müssen dann von morgens bis abends auf den Plantagen arbeiten, bei brütender Hitze – sieben Tage in der Woche. Sie erhalten karges Essen und natürlich keinerlei Lohn. Häufig werden sie miserabel behandelt und geschlagen. Durch die körperlich schwere Arbeit sind sie nach einigen Jahren meist Invaliden. Mit Macheten ernten sie die Kakaobohnen, hierbei kommt es immer wieder zu Verletzungen. Auch Pestizide werden von ihnen verspritzt – ohne Schutzkleidung. Schwere Kanister mit den hochgiftigen Flüssigkeiten tragen die Kinder auf dem Rücken. Das Gift gelangt nicht nur auf die Bohnen, sondern auch in die Atemwege und auf die Haut der Kinder.
Zum Pflücken der Bohnen müssen die Kinder auf Bäume klettern, immer wieder kommt es zu Verletzungen bei Stürzen. Durch das Tragen viel zu schwerer Körbe mit Kakaobohnen bekommen die Kinder Haltungsschäden. Häufig werden die Sklaven nachts eingesperrt, damit sie nicht flüchten können.
Schokolade – das Produkt für dass sie schuften, bekommen sie selbst natürlich nie zu sehen.
Kleinbauern in Ruin getrieben
Nach Schätzungen von Unicef schuften über 200 000 Kindersklaven auf den Kakao- Plantagen Afrikas. Zwar gibt es ein internationales Abkommen gegen Kinderarbeit, doch Kontrollen sind Fehlanzeige. Zwar kaufen Kakaobauern auch Kindersklaven ein, obwohl sie selbst bettelarm sind. Doch die wahren Nutznießer des Verbrechens sind ganz andere. Es sind die großen Konzerne, die sehr geringe Preise für die Kakaobohnen zahlen – Preise, die obendrein ständig stark schwanken und so immer wieder Kleinbauern in den Ruin treiben. [...]
