Susanne Wurlitzer ist freischaffende Künstlerin in Leipzig. In ihren Arbeiten übersetzt sie Eindrücke und Stimmungen aus der Natur in farbenreiche, abstrakte Bildwelten. In ihrem Atelier an einer belebten Straßenkreuzung empfing sie uns zwischen ihren Werken zum Gespräch – stets beäugt von Stammgast Rabenkrähe Franzl auf dem Fensterbrett.
Interview: Heiner Uebbing und Lilly Vengels & Fotos: Enrico Meyer
KiPPE: Wie verlief dein Weg zur Kunst und wie hat es dich nach Leipzig verschlagen?
Susanne Wurlitzer: Ursprünglich komme ich aus Mecklenburg-Vorpommern. Nach der Schule wollte ich Illustration studieren, was im ersten Anlauf aber leider nicht geklappt hat. Ich stieß im Netz auf die Abendakademie der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) hier in Leipzig. Also bin ich hergezogen, habe ein Jahr lang die Abendakademie besucht und meine Mappe vorbereitet. Das war eine extrem prägende Zeit, eine Art „Soft-Launch“. Tagsüber habe ich am Hauptbahnhof in einem Bagel-Laden gearbeitet, um Geld zu verdienen, und abends saß ich in der Akademie. Dieser Zwischenschritt hat mir unglaublich geholfen, ein tieferes Verständnis dafür zu entwickeln, was es überhaupt bedeutet, sich künstlerisch mit der Welt auseinanderzusetzen. Danach klappte es dann auch mit dem regulären Studium.
[...]
