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30 Jahre Drug Scouts: „Die Leute dort abholen, wo sie stehen“

Als die Drug Scouts 1996 in Leipzig gegründet wurden, waren Techno und Raves hier noch eine vergleichs- weise neue Kultur. In leerstehenden Gebäuden und neugegründeten Clubs feierten junge Menschen, während verlässliche Informationen über Partydrogen schwer zugänglich waren. Das Internet steckte noch in den Kinderschuhen, ebenso das Drogenhilfesystem im Nachwende-Leipzig. Einige Leute aus der Partyszene begannen deshalb, Flyer mit Informationen zu Substanzen und Risiken zu entwickeln und auf Raves zu verteilen. Zwei Jahre später wurde das Projekt an das SZL Suchtzentrum angegliedert. In diesem Herbst feiern die Drug Scouts ihr 30-jähriges Bestehen.

Text & Foto: Sandy Feldbacher

Der ursprüngliche Ansatz ist bis heute derselbe geblieben: Aufklärung statt Abschreckung, Risikominimierung statt moralischer Bewertung: „Es geht darum, die Leute da abzuholen, wo sie stehen“, sagt Katrin Schröder, eine der vier haupt- amtlichen Mitarbeitenden bei den Drug Scouts. Wer sich für den Konsum einer Substanz entscheide, solle wissen, worauf er oder sie sich einlasse, welche Risiken bestünden und wie diese verringert werden könnten. Mit diesem Ansatz waren die Drug Scouts lange Außenseiter in der Hilfelandschaft. Dabei sei der Ansatz damals nicht verstanden worden. Heute habe sich vieles verändert. Risikokompetenz und wissenschaftlich basierte Drogenaufklärung seien inzwischen auch politisch stärker anerkannt. In Leipzig gebe es Unterstützung aus dem Drogenreferat und von städtischen Netzwerkpartner*innen. „Dafür klopfen wir uns auf die Schulter und sind stolz drauf“, sagt Katrin.

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