Polarisierende Aktivistin
Das Leben der Anwältin und Autorin Felicia Langer
Diese Frau spaltet Menschen und Medien wie nur wenige Aktivistinnen dieser Zeit. Und trotzdem herrschte an jenem Besuchsabend in der Leipziger Moritzbastei ein Gefühl der Einstimmigkeit und Verbundenheit im überfüllten Raum. So, als ob keine weiteren Reibungen herbeigesehnt seien. Diese begleiten sie andernorts zur Genüge. Zuletzt nach einer Ordensverleihung in Berlin…
Die Rede ist von Felicia Langer, geboren vor 81 Jahren als Felicia-Amalia Weit im südpolnischen Tarnów. Als Kind jüdischer Eltern erlebt sie schon bald die Entwurzelung. Die Familie flieht 1939 vor der Wehrmacht in die Sowjetunion, viele andere Angehörige werden von den Nazis ermordet. 1949 heiratet sie in Breslau Mieciu Langer, der als einziges Mitglied seiner Familie den Holocaust überlebt hatte. Beide wandern ein Jahr später nach Israel aus. Dort studiert Felicia Langer Jura und lässt sich 1965 als Rechtsanwältin nieder. Nach unserem Selbstverständnis müsste die Frau aufgrund ihrer bitteren Erfahrungen eine überzeugte Zionistin werden und in ihrer Wahlheimat die arabischen Nachbarn als neue Bedrohung empfinden.
Doch bei Felicia Langer ist vieles anders und das mag nicht wenige irritieren. Aber Lebensläufe sind nicht vorgegeben. Langer wird Kommunistin und als 1967 der Sechstagekrieg ausbricht, ist ihr Wendepunkt gekommen, wie sie noch heute betont. „Als Rechtsanwältin habe ich die Tragödie in den besetzten Gebieten mit eigenen Augen erlebt und mein Mann wurde meine Klagemauer“, berichtet sie. Ihre Konsequenz: Vor israelischen Militärgerichten verteidigt sie palästinensische Zivilisten. Auch gehören israelische Kriegsdienstverweigerer bald zu ihren Mandanten. Nur wenige Fälle kann sie gewinnen, doch das ficht sie nicht an. Selbst dann nicht, als ihr vom Verteidigungsministerium die Lizenz entzogen wird. Denn schon längst gilt sie nicht nur bei Behörden als Sicherheitsrisiko. Sie schreibt Bücher mit z.T. programmatischen Titeln (u.a. „With own eyes“, „Der lange Weg zum Frieden“, „Die Frau, die niemals schweigt“) und ihre Haltung gegenüber Israel wird immer unversöhnlicher. Sie engagiert sich in der Liga für Menschenrechte, sie unterstützt antizionistische Bewegungen. Zur Besatzungs-, Trennungs- bzw. Siedlungspolitik Israels im Gaza-Streifen und in der Westbank sagt sie: „Hier entsteht eine Insel der Apartheid“. „Kolonialismus“ ist ein weiterer Begriff, den sie in diesem Zusammenhang gebraucht. Zumindest hier in der Moritzbastei erntet sie fast ausschließlich beifälliges Nicken. Und geradezu Beifall kommt auf, als sie verlauten lässt: „Wie kann ein Staat den Anspruch auf Land als Gott gegeben begründen? Gott ist doch kein Immobilienmakler!“ [...]

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