Titelthema: Baustelle Leipzig
Vorteilhaft, mehr Zeit zu haben - Interview mit Martin zur Nedden und Niels Gormsen
Als Baubürgermeister Leipzigs ist der jetzt knapp 60-jährige Martin zur Nedden seit April 2006 im Amt. Der gebürtige Hannoveraner war zuvor als Stadtbaurat in Bochum tätig. Leipzig kennt er seit Beginn der 90er Jahre, als er wiederholt zu Tagungen weilte. Als Bau- und Planungsdezernent der ersten Stunde kam Niels Gormsen mit 63 Jahren im Sommer 1990 nach Leipzig. Zuvor war er Stadtplaner von Mannheim. Sieben Jahre leitete er das Leipziger Ressort und ist auch im Ruhestand noch voller Unrast, schreibt Bücher über Archiektur und Denkmalschutz und engagiert sich u. a. für Leipzigs „Neue Ufer“.
Die KiPPE sprach mit dem derzeitigen sowie dem ersten Bauderzententen nach der Wende über die Entwicklung in Leipzig in Sachen Straßengestaltung, Architektur und Bauvorhaben.
KiPPE: Die Stadt will mit einem Ideenwettbewerb die Bürger bei der Planung eines neuen Verkehrskonzeptes einbeziehen. Warum hat man die Bürger nicht schon früher bei ähnlichen Vorhaben gefragt?
zur Nedden: Bürgerbeteiligungen hat es schon mehrfach gegeben, da hat Leipzig doch eine gute Tradition. Wir haben die Bürger einbezogen bei der Erarbeitung des Verkehrsentwicklungsplanes oder bei Plänen für den öffentlichen Raum. Als ich hier in Leipzig angefangen hatte, haben wir einen Bürgerstammtisch zum Tangentenviereck Nord/Berliner Straße eingerichtet mit durchaus gutem Ergebnis. Sicher, der jetzige Ideenwettbewerb hat eine neue Qualität, die Beteiligung soll intensiver sein. Das Konzept ist ein Pilotprojekt, das vom Bund finanziell unterstützt wird. Da bin ich sehr gespannt, wie dieses Experiment weiterläuft.
Gormsen: Zu meiner Amtszeit gab es mehr Diskussionsgremien mit Architekten und anderen Fachleuten. Aber beim Projekt Pleiße ans Licht beispielsweise haben wir die Bevölkerung eingeladen. Allerdings haben sich die unmittelbaren Anrainer weniger beteiligt, als jene, die nicht direkt betroffen waren.
Streitpunkt Karl-Liebknecht-Straße. Nach zum Teil hitzigen Diskussionen über die geplante Neugestaltung hat man sich nun für eine Vorzugsvariante entschieden, die dem Boulevardcharakter dieser Straße mehr Rechnung tragen soll. Nun muss der Stadtrat noch darüber entscheiden. Wie stehen dafür die Chancen?*
zur Nedden: Ich denke, dass diese Vorzugsvariante durchaus eine Chance hat, von einer Mehrheit getragen zu werden. Wir haben eine Lösung gefunden, die doch vielen Belangen und Anregungen mehrerer Seiten Rechnung trägt und die wir ernst genommen haben: streckenweise separater Bahnkörper, mehr Parkflächen und Baumpflanzungen.
Ist mit der Vorzugsvariante alles in trockenen Tüchern
zur Nedden: Der Stadtrat trifft lediglich eine Prinzipienentscheidung. Noch haben wir keine bis ins Detail ausgearbeitete Entwurfsfasssung vorliegen. Einzelheiten wie die Art des Kurzzeitparkens, die genaue Lage der Parkplätze und der Umfang der Baumpflanzungen können erst nach der Ratsentscheidung definiert werden. Auf alle Fälle werden wir weiterhin die betroffenen Seiten einbinden. [...]

Bekanntlich irrlichterte Richard Wagner während seiner Flucht vor Gläubigern oder in der Hoffnung auf Anstellung durch halb Europa. Auch Paris war so eine Station. Nun aber weilte eine Gruppe des Leipziger Richard-Wagner-Verbands kürzlich in Lyon. Aus triftigen Gründen: Lyon ist seit 30 Jahren Partnerstadt Leipzigs, seit 1982 gibt es einen rührigen Richard-Wagner-Verein („Cercle Richard Wagner“, einer von weltweit 143 Wagner-Verbänden mit insgesamt ca. 25 000 Mitgliedern) und auch in der Lyoner Oper kommen Wagner-Werke auf die Bühne.
Der junge, großgewachsene Mann, der mir gegenüber sitzt, strahlt Freundlichkeit und Höflichkeit pur aus. Er spricht schnell, als ob er vieles auf einmal sagen möchte. Immer wieder kommt ein kurzes Lächeln über sein offenes Gesicht. Er wirkt, als ob er mit sich im Reinen sei. Wenn er von früher spricht und dabei manchmal kurz auflacht, dann scheint er selbst kaum glauben zu wollen, was ihn einst geritten haben mag. Gewalt und Alkohol in stetem Wechsel.
Note „mangelhaft“! - Lehrernotstand und Sanierungsbedarf an Leipziger Schulen
Dieser prächtige Sommerhut aus Stroh hat auch schon bessere Zeiten erlebt. Jetzt ist die geflochtene, breite Krempe ausgefranst, das schwarzer Band ausgeleiert und verblichen – na, und der Innenteil ganz schön speckig geworden. Der Träger des Hutes legt Wert darauf, dieses stolze Stück wieder als Duplikat zu erhalten. Denn so eines in dieser Form gäbe es kaum ein zweites Mal. Behauptet der Kunde. Für Modistin Solveig Rosenowski ist das kein Problem: „Das kriegen wir hin, Sie können in zwei Wochen wiederkommen und sich einen neuen Hut abholen.“